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Spielraum UmweltBildung auf dem
Umweltaktionstag der Stadt Marburg
Zum zweiten Mal beteiligte sich der Verein Spielraum UmweltBildung am Umweltaktionstag der
Stadt Marburg. Als Hauptattraktion boten die Mitglieder regionale Apfelsorten zum Probieren an,
zudem luden sie die Besucher ein, ihre Sinne zu erproben: Barfußpfad und Fühl-Eimer sprachen
den Tastsinn, die Riechbar den Geruchssinn an.
Sieben verschiedene Apfelsorten konnten die Besucher des Aktionstages am Stand des Spielraum
UmweltBildung kosten. Die Vereinsmitglieder hatten sich die Aktion
ausgedacht, um die größtenteils vergessenen
Köstlichkeiten wieder in Erinnerung zu rufen.
Martens Gravensteiner, Prinzenapfel, Harberts und Baumanns Renette,
Goldparmäne und Rote Sternrenette sind aus den Auslagen der
Supermärkte verschwunden, da sie zumeist die EU-Normen nicht
erfüllen, nicht immer so perfekt aussehen, und in
Einzelfällen auch mal als Herberge für Würmer dienen.
Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten: Der Geschmack der
naturbelassenen Äpfel ist köstlich und vielfältig
und übertrifft den der Konkurrenz aus dem Supermarkt um
Längen – was auch die Besucher des Standes immer wieder
betonten. Einhellig äußerten sie, wie schade es
doch sei, dass die Leckereien "aus Nachbars Garten"
nicht mehr in den Geschäften zu finden seien.
Natürlich ist es manchmal notwendig, die eine oder andere
Stelle aus den Bio-Äpfeln
herauszuschneiden – alle Gäste waren sich einig,
dass diese
kurzen Handgriffe weder ein Hindernis seien, noch gegen den Kauf des
Obstes sprächen.
Ein weiterer Vorteil hinterließ einen bleibenden Eindruck:
Regionale Produkte müssen nur einen kurzen Transport
über sich ergehen lassen, was zum einen gut für das
Obst und seine Frische ist.
Zum anderen wird die Umwelt weniger belastet als bei längeren
Anfahrtswegen. Außerdem ist die Herkunft der
Äpfel, die
heimischen Streuobstwiese, ein wichtiger Lebensraum für Tiere
wie
den Steinkauz und den Siebenschläfer. Und dieser Lebensraum
bleibt
durch Nutzung und Pflege erhalten.
Unterstützung bei der Einrichtung der Apfelstation hatte der
Verein von der Mardorferin Monika
Diehl erhalten: Sie gab den
Marburgern wie schon im vergangenen Jahr die Möglichkeit, sich
an
den Bäumen auf ihren Streuobstwiesen zu bedienen, um die
regionalen Produkte den Menschen wieder ins Gedächtnis zu
bringen.
Und so pflückten die Marburger einen Tag vor der Aktion
mehrere
hundert Äpfel frisch von den Bäumen, die in
mundgerechten
Happen nur 24 Stunden später die Begeisterung
zahlreicher
Besucher des Umweltaktionstages weckten.
Ähnlich guten Zuspruch erhielten die anderen beiden Stationen
des Spielraum UmweltBildung:
An der "Riechbar" galt es, Gerüche ihrem
Ursprung
zuzuordnen. In kleinen Döschen
warteten Düfte auf die
Neugierigen, die schnuppern mussten, um danach zu sagen, was sie gerade
gerochen hatten. Um die Aufgabe zu erleichtern, lagen auf einem Tisch
mehrere mögliche Quellen, an denen sie sich orientieren
konnten
– das Spektrum reichte von Zitronen über Minze bis
hin zu
Rosmarin.
Zwei weitere Attraktionen sprachen den Tastsinn an: In nicht
einsehbaren Eimern mussten die Besucher Dinge erfühlen.
Besorgnis
war dabei allerdings fehl am Platz: Sie steckten ihre Finger lediglich
in Tannenzapfen, Mehl oder Spülschwämme.
Nach dem Überwinden erster Hemmungen und dem
anschließenden Griff ins Unbekannte musste ein
Großteil zugeben, wie schwer es ist, sich ohne zu sehen auf
das Fühlen zu verlassen.
Großen Zuspruch von Kindern erhielt derweil der
Barfußpfad: Ohne Socken oder Schuhe ging es für die
Kleinen – möglichst mit verbunden Augen
–
über unterschiedlichen Untergrund wie Moos, Kleintierstreu,
Eicheln, Waldboden oder Sand.

Letzterer war von besonderem Interesse
für den jüngsten Besucher des Standes: Mehrere
Minuten
vergnügte sich ein Baby im frisch entdeckten
Miniatur-Sandkasten.
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Letzte Aktualisierung: 04.04.09 U.M. |
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