Spielraum UmweltBildung e.V.
   
 


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Die Vortragsreihe "Vielfalt des Lebens - Biodiversität im Alltag" wird finanziell unterstützt von:


Stadt Marburg



Heichrich-Böll-Stiftung Hessen



Sparkasse
Marburg-Biedenkopf


Für das Design der Flyer und Poster danken wir:








Folien folgender Vorträge als Download:


Th. Falk: Wem nützt und wer bezahlt Artenvielfalt ?


P. Lindemann-Matthies: Wahrnehmung und Wertschätzung biologischer Vielfalt



U. Eser: Klugheit, Gerechtigkeit und Glück: Gute Argumente für die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt





Weitere Informationen zur biologischen Vielfalt:



Forschungsblog "Biodiversität und Gesellschaft"



Studium Generale an der Philipps-Universität Marburg





Veranstaltungskalender
zur biologischen Vielfalt

 


Vortragsreihe im Wintersemester 2010 / 2011

Vielfalt des Lebens
Biodiversität im Alltag


Eine Kooperation von


 &


donnerstags 18.15 - 19.45 Uhr
Philipps-Universität, Hörsaalgebäude Raum 116

Plakat und Flyer zur Veranstaltung

Rückblick zur Veranstaltung als pdf

Anlässlich des UN-Jahres der Biodiversität 2010 lief in Marburg von Oktober 2010 bis Februar 2011 die 12-teilige Veranstaltungsreihe „Vielfalt des Lebens – Biodiversität im Alltag“. Initiatoren der Reihe waren der gemeinnützige Verein Spielraum UmweltBildung e.V. und die Initiative nachhaltige Entwicklung der studentischen Unternehmensberatung Phlink e.V. Die Kooperation beider Vereine hatte sich bereits in der Vorgängerreihe „Welt im Wandel – Wege in die Nachhaltigkeit“ (Winter 2009/2010) bewährt, so dass beschlossen wurde, an diese gute Erfahrung anzuknüpfen.

Zum Thema Biodiversität bot es sich an, nicht nur theoretische Konzeptionen in eine Vortragsreihe einzubringen, sondern ganz bewusst auch den Bezug zum Alltag der Gäste herzustellen. Daraus resultierte eine Aufteilung der Vorträge in einen eher theoretischeren ersten Teil, welcher philosophische, ökonomische, ethische und ästhetische Aspekte der Biodiversität beleuchtete und in einen zweiten Teil, in welchem praxis- und alltagsnähere Themen zum Zug kamen. Hierbei wurde auch, wenn möglich und sinnvoll, der Bezug zur Region Marburg hergestellt.    
Blütenvielfalt im Kräutergarten
Foto: Ulf Marold

Die Veranstaltungsreihe begann mit einer einführenden Exkursion in die Interkulturellen Gärten Marburg-Richtsberg durch Dipl.-Geograph Ulf Marold, selber langjähriger Bewohner des Richtsbergs und stolzer Besitzer einer Parzelle im Interkulturellen Garten. Bei Tee aus frischen Kräutern konnten die Teilnehmer in der letzten Herbstsonne biologische und kulturelle Vielfalt an einem Ort vereint genießen.

Nach diesem alltagsnahen Einstieg begannen die Vorträge philosophisch: „Biodiversität als Begriff und Methapher“ von Prof. Dr. Mathias Gutmann (KIT Karlsruhe) eröffnete den Zuhörern einen ungewohnten Blick auf das Schlagwort „Biodiversität“.

Wem nützt und wer bezahlt für Artenvielfalt?“ fragte Dr. Thomas Falk vom Marburger Institut für Kooperation in den Entwicklungsländern und beleuchtete damit die ökonomische Dimension der Biodiversität am Beispiel der Kleinbauern. Diskutiert wurde insbesondere die Frage, wie und welche ökonomischen Anreize das Konsumverhalten des Einzelnen lenken können, um auf diese Weise positive Effekte zum Schutz der Artenvielfalt zu erzielen.


Frau Prof. Dr. Lindemann-Matthies der Pädagogichen Hochschule in Karlsruhe stellte in ihrem Vortrag über „Wahrnehmung und Wertschätzung biologischer Vielfalt“ empirische Studien vor, welche die ästhetische Bedeutung biologischer Vielfalt belegen und verdeutlichen, dass Biodiversität nicht nur einen ökologischen Wert im engeren Sinne hat, sondern auch zu unserem eigenen Wohlbefinden beitragen können. 

Kinder entdecken die Natur.
Foto: Sarah Knecht

Ethische Aspekte der Artenvielfalt besprach unser Gast der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen, Frau Dr. Ute Eser: Auch ihr Vortrag mit dem Titel „Klugheit, Gerechtigkeit und Glück – Gute Argumente für die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ verdeutlichte, dass Biodiversität Aspekte aufweist, die nicht nur im natur- und wirtschaftswissenschaftlichen Kontext anzutreffen sind. Die Frage, wie solche „weichen“ Argumente zum Schutz der Artenvielfalt eingesetzt werden können, wurde anschließend leidenschaftlich diskutiert.

Mit der Frage „Warum brauchen wir naturnahe Gewässer?“ eröffnete Dipl.-Ing. Herbert Diehl vom Regierungspräsidium Gießen, Abteilung Umwelt, den Teil der Vortragsreihe, der sich praktischen Aspekten der Biodiversität widmete. Mit vielen anschaulichen Beispielen aus der Region Marburg zeigte der Referent, wie durch Renaturierung die strukturelle Vielfalt unserer Fließgewässer wieder hergestellt werden kann, um verschiedenste Lebensgrundlagen für Wasserorganismen bereitzustellen. Die Maßnahmen, die zu einem gesunden Gewässer beitragen können, waren dabei oftmals verblüffend einfach.

Herbert Diehl in der Diskussion mit den Zuhörern
Foto: Ulf Marold

Als ersten Vortrag im Jahr 2011 referierte Herr Dr. Reinhard Witt zu „Wildpflanzen in Stadt und Garten“ Der Gründer und Vorstand des Vereins Naturgarten e.V. zeigte an vielen farbenprächtigen Beispielen, dass es sich lohnt, auch in Stadt und Garten „mehr Natur zu wagen“. Dank eines Gastes der Vortragsreihe wurde an diesem Abend die Alltagsnähe der Vortragsreihe besonders greifbar, denn der Hobbygärtner brachte spontan eine vielfältige Sammlung von Wildblumensamen aus seinem eigenen Garten mit, die er an alle interessierten Gäste weitergab.

Einen spannenden Einblick in den Bienenstock lieferte Herr Dr. Werner von der Ohe vom Bieneninstitut in Celle mit seinem Vortrag über „Stressfaktoren im Bienenvolk“. Besonders eindringlich im Kontext des vorherigen Vortrags erschien vielen Zuhörern die Tatsache, dass Bienenvölker Stressfaktoren und Krankheiten besser kompensieren können, wenn sie vom Nektar und Pollen möglichst vieler verschiedener Blütenpflanzen profitieren können. Das heißt: Je vielfältiger wir unsere Gärten, Balkons und Grünflächen gestalten, desto widerstandsfähiger werden die Bienen, auf die wir wiederum für die Befruchtung unserer Nutzpflanzen dringend angewiesen sind.

Dr. Norbert Clement gab mit seinem Vortrag „Süße Vielfalt – Obstsorten im Landkreis Marburg-Biedenkopf“ einen faszinierenden Einblick in die ungeheure Vielfalt heimischer Kultursorten. Er berichtete von dem Projekt der „Hessenwiese“ im Marburger Stadtteil Michelbach, auf welcher Lokalsorten eine einzigartige Zusammenstellung der hessischen Streuobstvielfalt zeigen. Er gab einen unterhaltsamen Einblick in die spannende Fahndung nach Sorten, die im Laufe der Zeit (fast) aus dem Gedächtnis und von der Bildfläche verschwunden sind.

Frau Melanie Kreutz vom BUND-Projektbüro „Grünes Band“ zeigte in ihrem Vortrag das „Erlebnis Grünes Band“ und verdeutlichte „wie Geschichte, Kultur und (Natur-)Tourismus die Artenvielfalt schützen.“ Mit vielen Illustrationen und Beispielen beschrieb sie den Weg vom einstigen Todesstreifen hin zu einem einmaligen Biotopverbund quer durch Deutschland und betonte das Potenzial für Naturtourismus, Umweltbildung und den Erhalt der Artenvielfalt. Ein besonderes Appell, mit diesem Stück Natur und Deutscher Geschichte umsichtig umzugehen.

Frau Dr. Mara Meske vom Projekt „Natur-Wissen schaffen“ der Universität Bremen verdeutlichte in ihrem Vortrag „Natur ist für mich die Welt – Die Naturbilder von Kindern“ die Entstehung und Entwicklung von Naturbildern. Im Vortrag zeigte sie, wie wichtig für Kinder ein Umfeld ist, in dem Naturräume – und sei es der eigene Garten – zum Spielen aufgesucht werden können. Darüber hinaus ist das Gespräch mit anderen über diese Naturerlebnisse unentbehrlich für ein reflektiertes und ganzheitliches Naturbild. Denn dadurch kann es gelingen, sich selbst als Naturbestandteil zu begreifen, was wiederum Auswirkungen auf einen umweltgerechten Umgang mit der Natur hat.

Zweitklässlerin malt ihre Naturvorstellung

Mit dem abschließenden Vortrag wurde der Blick nochmal auf Marburg gerichtet: Frau Dr. Kerstin Demuth stellte mit ihrem Vortrag „Weltweite Artenvielfalt erleben – Die Grüne Schule des Botanischen Gartens in Marburg“ die Grüne Schule als eine Marburger Institution mit einem besonderen Potenzial für eine Bildung zur nachhaltige Entwicklung vor. Es war nicht verwunderlich, dass die schwierige finanzielle Lage des botanischen Gartens die an den Vortrag anknüpfende Diskussion dominierte und sich zeigte, dass viele Zuschauer die Bedeutung des Botanischen Gartens nicht nur für die Universität, sondern als wesentlichen Bestandteil der Marburger (Bildungs-)landschaft sehen.

Zu den Besonderheit dieser Vortragsreihe zählte, dass die meisten Referenten im Anschluss an den Vortrag noch für einen weitergehenden Austausch im gemütlichen Rahmen, also bei Essen und Trinken in einem Marburger Restaurant, gewonnen werden konnten. Zu diesem Anlass wurden auch die Zuhörer eingeladen und einige nutzten diese Möglichkeit, das Thema des Vortrages noch weiter zu vertiefen oder aber auch über ganz andere Dinge zu sprechen, sich kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Dies wurde von den Teilnehmenden stets als Bereicherung empfunden.

Als die Veranstalter kurz vor Beginn der Vortragsreihe erfuhren, dass das diesjährige Studium Generale der Universität ebenfalls unter dem Banner der Biodiversität stand, wurde befürchtet, dass diese Veranstaltungen miteinander konkurrieren könnten. Doch diese Befürchtung traf nicht ein. Einige Zuhörer besuchten sowohl mittwochs die Veranstaltung des Studium Generale als auch donnerstags die Reihe „Vielfalt des Lebens – Biodiversität im Alltag“ im Hörsaalgebäude. Weiterhin zeigte ein Vergleich beider Programme, dass beide Reihen – auch wenn sie unter dem gleichen Schwerpunktthema standen – doch völlig verschiedene Aspekte beleuchteten und so thematisch eher als Ergänzung denn als Wiederholung begriffen werden konnten.

Sehr dankbar sind die Veranstalter den Unterstützern der Vortragsreihe. Ohne sie wäre die Realisierung des Konzeptes nicht möglich gewesen. Finanziell unterstützt wurde die Reihe durch die Stadt Marburg, die Heinrich-Böll-Stiftung Hessens sowie von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Dank gebührt außerdem dem Graduiertenzentrum Lebens- und Naturwissenschaften und der Universität Marburg für die umfangreiche infrastrukturelle Hilfestellung, nicht zuletzt den Hausmeistern des Hörsaalgebäudes, die bei technischen Schwierigkeiten stets zur Stelle waren. Der Verein „artgerecht“ unterstützte die Veranstaltung durch das fachkundige Design der Poster und Flyer.

Neben den Sponsoren und Unterstützern der Reihe danken die veranstaltenden Vereine insbesondere Herrn Michael Hebenstreit für die Idee und erste Konzeption. Bis er just zu Beginn der Veranstaltung für die Durchführung seines Promotionsprojektes – übrigens zum Thema „Das ökonomische Wertkonzept im Verhältnis von Gesellschaft und Biodiversität“ – nach Göttingen wechselte, wirkte er wesentlich an der Gestalt der Reihe mit.

Vor allem freuen wir uns als Veranstalter über die rege Teilnahme der Zuhörer: Diese fanden sich nicht nur in meist erfreulich hoher Zahl im Hörsaalgebäude ein, sondern beteiligten sich rege an den Diskussionen. Je nach Vortragsthema war das Publikum mal mehr, mal weniger studentisch geprägt. Einige Gäste kamen nur zu bestimmten Themen, andere fanden sich regelmäßig zur Reihe ein. Selbst die Tatsache, das am 11.11.2010 direkt vor der Vortragszeit das Zentrum des Sturmtiefs Carmen über Marburg zu hängen schien und sich nur die Wackersten auf die Straße trauten, hielt zahlreiche Marburger Zuhörer nicht davon ab, sich durch Wind und Wetter zur Vortragsreihe zu kämpfen.

Gerne möchten wir Sie einladen, auch im Nachhinein über die Themen der Vortragreihe zu diskutieren oder uns ihren Eindruck zur Reihe mitzuteilen.

 




Programmübersicht

Biodiversität...
ist ein sperriger Begriff, der kurz als Vielfalt der Arten und Ökosysteme umrissen werden kann (Convention on Biological Diversity, Rio de Janeiro, 1992). Biodiversität ist so wichtig, dass die UNESCO das Jahr 2010 zum internationalen Jahr der biologischen Vielfalt erklärt hat. Aber was ist Biodiversität genau? Und vor allem: Welche Rolle spielt sie im Alltag und für unser Leben?

Die Vortragsreihe...
behandelt alle diese Fragen sowohl aus theoretischer Sicht als auch in der Praxis. Ebenso kommen die Referenten aus Wissenschaft und Praxis. Sie gehen auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte der Biodiversität ein und stellen konkrete Beispiele aus dem Alltag und der Region vor. Sie zeigen, welche Handlungsoptionen wir haben, um Biodiversität zu fördern.
Bereits zum vierten Mal findet in diesem Wintersemester eine interdisziplinäre Vortragsreihe zum Themenfeld Nachhaltigkeit statt. Sie soll Informationen und Anregungen für weitere Diskussionen und Projekte liefern.


Programmübersicht (für weitere Angaben klicken)

21.10.2010: Exkursion in die Interkulturellen Gärten am Richtsberg
Dipl.-Geogr. Ulf Marold, Spielraum UmweltBildung e.V., Marburg

28.10.2010: Was ist Biodiversität - Biodiversität als Begriff und Metapher
Prof. Dr. Dr. Mathias Gutmann, Biologe und Philosoph, Universität Karlsruhe (KIT)

04.11.2010: Wem nützt und wer bezahlt Artenvielfalt?
Dr. Thomas Falk, Institut für Kooperation in Entwicklungsländern, Marburg

11.11.2010: Wahrnehmung und Wertschätzung biologischer Vielfalt
Prof. Dr. Petra Lindemann-Matthies, Pädagogische Hochschule Karlsruhe

25.11.2010: Klugheit, Gerechtigkeit und Glück: Gute Argumente für die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt
Dr. Uta Eser, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen

09.12.2010: Warum brauchen wir naturnahe Gewässer?
Dipl.-Ing. Herbert Diehl, Regierungspräsidium Gießen, Abteilung Umwelt, Gießen

13.01.2011: Wildpflanzen in Stadt und Garten
Dr. Reinhard Witt, Naturnaher Grünplaner, Buchautor, Gründer und Vorstand des Naturgarten e.V., Ottenhofen

20.01.2011: Stressfaktoren im Bienenvolk
Dr. Werner von der Ohe, Institut für Bienenkunde, Celle

27.01.2011: Süße Vielfalt: Obstsorten im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Dr. Norbert Clement, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Landwirtschaft

03.02.2011: Erlebnis Grünes Band - wie Geschichte, Kultur und (Natur-)Tourismus die Artenvielfalt schützen
Melanie Kreutz, BUND-Projektbüro Grünes Band, Nürnberg

10.02.2011: "Natur ist für mich die Welt!" – Die Naturbilder von Kindern
Dipl.-Päd. Mara Meske, Projekt Natur-Wissen schaffen, Universität Bremen

17.02.2011: Weltweite Artenvielfalt erleben - die Grüne Schule des Botanischen Gartens Marburg
Dr. Kerstin Demuth, Grüne Schule des Botanischen Gartens Marburg

Programm


21.10.2010
Exkursion in die Interkulturellen Gärten am Richtsberg

Dipl.-Geogr. Ulf Marold, Spielraum UmweltBildung e.V., Marburg
Treffpunkt: Hörsaalgebäude, 15.30 Uhr

Gärtnerfamilien aus verschiedenen Ländern gestalten ihre Parzelle: keine sieht aus wie die andere. Damit einher geht nicht nur eine Vielfalt an Nutzpflanzen verschiedener Kulturkreise, sondern auch ein buntes kulturelles Leben. Marburg - Stadt der Vielfalt.

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28.10.2010
Was ist Biodiversität? - Biodiversität als Begriff und Metapher

Prof. Dr. Dr. Mathias Gutmann, Biologe und Philosoph, Universität Karlsruhe (KIT)

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04.11.2010
Wem nützt und wer bezahlt Artenvielfalt?

Dr. Thomas Falk, Institut für Kooperation in Entwicklungsländern, Marburg

Biodiversität trägt zur Befriedigung von fundamentalen menschlichen Bedürfnissen bei. Diese können rein materieller, ästhetischer oder spiritueller Art sein. Die Entscheidung, ob Menschen Arten erhalten, hängt maßgeblich davon ab, welchen Wert sie den Arten beimessen.

In dem Vortrag wird der Erhalt – oder eben die Zerstörung – von Biodiversität aus der Sicht der Wirtschaftswissenschaften beleuchtet. Es wird nach Erklärungen gesucht, warum Märkte und Staaten so oft scheitern, Biodiversität zu erhalten und diskutiert, welchen Beitrag unser individueller Konsum zum Erhalt oder zur Zerstörung von Arten leistet.

Vortragsfolien als pdf

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11.11.2010
Wahrnehmung und Wertschätzung biologischer Vielfalt

Prof. Dr. Petra Lindemann-Matthies, Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Im Vortrag wird vorgestellt, welche Vorstellungen Menschen von Artenvielfalt haben, wie viele und welche Arten sie kennen und schätzen, und wie die Wahrnehmung und Wertschätzung von Arten und ihrer Vielfalt gefördert werden kann. Es wird auch der Frage nachgegangen, ob Menschen biologische Vielfalt zu ihrem Wohlbefinden brauchen und ob sie artenreichere Lebensgemeinschaften schöner finden als artenarme.

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25.11.2010
Klugheit, Gerechtigkeit und Glück: Gute Argumente für die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Dr. Uta Eser, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen

Im Übereinkommen über die biologische Vielfalt haben sich die Völker dieser Welt 1992 in Rio de Janeiro geeinigt, die Vielfalt des Lebendigen in Zukunft zu schützen, sie nachhaltig zu nutzen und die Gewinne aus dieser Nutzung gerecht miteinander zu teilen. Dieser Dreiklang aus Schutz, Nutzung und Gerechtigkeit wirft umweltethische Fragen auf, die der Vortrag näher behandelt.

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09.12.2010
Warum brauchen wir naturnahe Gewässer?

Dipl.-Ing. Herbert Diehl, Regierungspräsidium Gießen, Abteilung Umwelt, Gießen

Flüsse und Bäche im Raum Marburg-Biedenkopf müssen den Lebensraumansprüchen typischer Fließgewässerarten (z.B. Fischen) genügen. In dem Vortrag wird ein kritischer Blick auf den Zustand und die Defizite unserer Fließgewässer geworfen und mit anschaulichen Beispielen gezeigt, durch welche Renaturierungsmaßnahmen die naturnahe Entwicklung zuvor geschädigter Fließgewässer gefördert werden kann, damit sie als abwechslungsreiche Lebensräume dienen und weitere wichtige Funktionen wahrnehmen können.

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13.01.2011
Wildpflanzen in Stadt und Garten

Dr. Reinhard Witt, Naturnaher Grünplaner, Buchautor, Gründer und Vorstand des Naturgarten e.V., Ottenhofen

Nachhaltige Ansaaten und Pflanzungen auf dem Weg zu mehr Natur und Ökologie.

In Bezug auf Nachhaltigkeit, Kosten und ökologische Wertigkeit sind heimische Wildpflanzen unschlagbar. Immer mehr Kommunen und Private setzen auf naturnahes Grün. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Verwendung im privaten und öffentlichen Grün, Verkehr, Gewerbe und Industrie. Einen Überblick über das Thema geben folgende Webseiten: www.naturgarten.org, www.naturgarten-fachbetriebe.de, www.reinhard-witt.de
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20.01.2011
Stressfaktoren im Bienenvolk

Dr. Werner von der Ohe, Institut für Bienenkunde, Celle

Die Bestäubung durch Bienen ist für die Arterhaltung von Pflanzen und somit auch für die Artenvielfalt von wesentlicher Bedeutung. Die Bienenvölker leiden jedoch unter der Zusammenwirkung vielfältiger Stressfaktoren, zum Beispiel Bienenkrankheiten, Nahrungsmangel sowie Pflanzenschutzmittel und deren Effekte. Der Vortrag beleuchtet diese Zusammenhänge und zeigt Perspektiven auf, wie wir zur Reduzierung dieser Stressfaktoren beitragen können.

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27.01.2011
Süße Vielfalt: Obstsorten im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Dr. Norbert Clement, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Fachdienst Landwirtschaft

Etwa 30 verschiedene Apfelsorten werden in deutschen Baumschulen angeboten, doch gibt es deutschlandweit nach Schätzungen mindestens 2000 alte, teilweise fast in Vergessenheit geratene Sorten: Wie kommt es zu dieser Vielfalt, und welche Bedeutung hat sie? Wodurch ist die regionale Vielfalt von Obstpflanzen (Apfel, Birne, Kirsche, Quitte) gefährdet und wie kann jede/r Einzelne dazu beitragen, sie zu erhalten?

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03.02.2011
Erlebnis Grünes Band - wie Geschichte, Kultur und (Natur-)Tourismus die Artenvielfalt schützen

Melanie Kreutz, BUND-Projektbüro Grünes Band, Nürnberg

Das Grüne Band, der 1393 Kilometer lange Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, ist Teil des Nationalen Naturerbes und eine einmalige Erinnerungslandschaft an die jüngere europäische Geschichte. Natur, Kultur und Geschichte werden hier auf einzigartige Weise verbunden. Das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Projekt "Erlebnis Grünes Band" hat in drei Modellregionen die Entwicklung von buchbaren (natur-)touristischen Angeboten in Kombination mit Biotop- und Artenschutzmaßnahmen und der "Erlebbarmachung" von Geschichte umgesetzt. www.erlebnisgruenesband.de

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10.02.2011
"Natur ist für mich die Welt!" – Die Naturbilder von Kindern

Dipl.-Päd. Mara Meske, Projekt Natur-Wissen schaffen, Universität Bremen

Naturbilder entstehen bereits in der Kindheit, strukturieren und leiten das Verhalten gegenüber der Natur aber bis ins Erwachsenenalter. Für eine naturbezogene Bildung ist daher die Rekonstruktion und Typisierung kindlicher Naturbilder eine wichtige Grundlage. Im Vortrag werden die Ergebnisse einer Untersuchung mit Grundschulkindern in zwei hessischen Gemeinden (Stadt und Land) vorgestellt.

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17.02.2011
Weltweite Artenvielfalt erleben - die Grüne Schule des Botanischen Gartens Marburg

Dr. Kerstin Demuth, Grüne Schule des Botanischen Gartens Marburg.

Als außerschulischer Lernort bietet die Grüne Schule des Botanischen Gartens Marburg die Möglichkeit die enorme Artenvielfalt verschiedener Lebensräume und Klimazonen direkt vor der Haustür kennen zu lernen. Ein reichhaltiges Angebot an Führungen und Projekten lädt nicht nur Schulklassen zu einem Besuch ein.

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Letzte Aktualisierung: 20.03.2011 


   
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